bojan.jpg

Bojan Antunovic im Interview


Hallo Bojan, im Rahmen unserer Interviewreihe freuen wir uns, ein wenig mehr über dich und deine Erfahrungen im Hamburger Amateurfußball zu erfahren. Stell dich doch einmal bitte für unsere Leser vor.





Hey Leute, ich bin Bojan Antunovic, bin 26 Jahre alt, komme aus Bosnien und habe dort auch das Fußballspielen gelernt. Als ich 18 Jahre alt war, zog es meine Familie und auch mich nach Kroatien, dort spielte ich beim NK Buje in der dritten kroatischen Liga. Im Jahr 2013 habe ich dann den nächsten Schritt gewagt, bin alleine ohne Familie nach Deutschland gezogen und lebe seitdem in Hamburg.

Du erwähntest, dass du das Fußballspielen in Bosnien bzw. in Kroatien gelernt hast, wie war die Jugendarbeit damals? Denkst du, es ist vergleichbar mit der Jugendarbeit in Deutschland?
Das Fußballspielen und die Jugendarbeit ist in keiner Weise mit Deutschland vergleichbar. In Bosnien und auch in Kroatien fehlen die finanzielle Mittel, um professionelle Strukturen für die Jugendarbeit aufzubauen, auch die Profi-Teams haben einen sehr geringen Etat. Dort wird der Fußball dennoch sehr gelebt. Und die Top-Teams, wie z.B. Dinamo Zagreb in Kroatien, bilden auch Top-Leute aus. Auch ich konnte von einigen gut ausgebildeten Trainern sehr profitieren. In meinem Team hatten wir auch einige Ex-Profis, von denen man sich viel abschauen konnte.
 
Wie sah dein Trainingspensum in der Jugend aus? Hast du einige Dinge vermisst? Und würdest du es wieder genauso machen?
So richtig angefangen hat es mit 14 Jahren mit drei Trainingseinheiten und einem Spiel in der Woche. Zu dieser Zeit habe ich dann auch in der U15 oder auch der U16 vom HNK Stolac gespielt, was mich als jüngerer Jahrgang natürlich sehr forderte. Ich würde alles wieder genauso machen und hatte zu dieser Zeit auch nur den Fußball im Kopf, sodass ich nichts vermisst habe.
 
Warst du schon immer Torwart oder hast du dich als junger Kicker auch auf anderen Positionen versucht?
Ja, da mein Vater früher auch ein talentierter Torwart war, wollte ich ihm da nacheifern und auch ein guter Torwart werden. So stand ich, seitdem ich 7 Jahre alt bin, immer im Tor und habe auf dem Bolzplatz auch mal als Stürmer gespielt. Eigentlich wollte mein Vater nicht, dass ich Fußballer werde - aber da habe ich mich durchgesetzt und wurde und werde von ihm immer sehr unterstützt.
 
Wie war es für dich, im Anschluss in den Herrenbereich zu wechseln und in der dritten kroatischen Liga zu spielen? Ging ein kleiner Traum für dich in Erfüllung?
In der ersten Zeit war es sehr schwierig, ich hatte durch einen gleichaltrigen Torwart starke Konkurrenz im Team. Ich machte dann aber immer mehr Spiele und konnte sogar einige Freundschaftsspiele gegen Mannschaften aus der ersten kroatischen Liga absolvieren. Zu dieser Zeit entstand bei mir der Gedanke und Wunsch, noch professioneller Fußball zu spielen und Profi zu werden.
 
Hattest du zu dieser Zeit auch Mentoren, zu denen du aufgeschaut hast oder die dir einige Tipps geben konnten, von denen du heute noch profitierst?
Mein erstes Vorbild war mein Vater. Dann bewunderte ich das Torwartspiel von Oliver Kahn, der so viel erreicht hat und nie aufgegeben hat. In den letzten Jahren gefiel mir Manuel Neuer sehr.
 
 
Man sagt, dass man speziell in der Jugend immer „mehr machen“ sollte. Was kann sich ein Jugendspieler von 15-19 Jahren darunter vorstellen? Hast du einige Tipps?
Nach der Schule oder auch an freien Tagen habe ich schon damals versucht, meinen Körper in Form zu bringen, sei es durch Liegestütze oder zusätzliches Laufen. Ich hatte das Glück, einen guten Freund (Dejan Tunjic) zu haben, der mich zum Training eines kroatischen Viertligisten mitnahm, sodass ich dort schon in jungen Jahren mit erwachsenen Männern mittrainieren durfte.
 
Nun hast du im Jahr 2014 den Weg nach Deutschland gefunden und bist in Hamburg ansässig geworden. Über den SV Lurup und ein kurzes Gastspiel beim TuS Osdorf hast du den Weg zum traditionsreichen Altona 93 in die Oberliga Hamburg gefunden. Wie kam es zur Kontaktaufnahme?
Die Kontaktaufnahme zum SV Lurup kam durch Kontakte meines Vaters zustande. Dort war ich dann ein- bis zweimal beim Probetraining und es kam relativ schnell zur Einigung. Der Wechsel nach Osdorf kam dann ebenso durch neu entstandene Kontakte zustande, nachdem der damalige Trainer von Lurup, Berkan Algan, und die Hälfte des Teams den Verein verließen. Einige Zeit später heuerte Berkan Algan bei Altona 93 an. Daraufhin kontaktierte er mich und fragte, ob ich nicht Lust hätte, ihm zu folgen. So kam der Wechsel nach Altona zustande.





Sicherlich war es nicht immer einfach, als Ersatztorwart nur zu trainieren und kaum zu spielen. Fiel es dir schwer, dich immer zu Topleistungen im Training zu motivieren?
Während meiner Anfangszeit bei Altona 93 musste ich mich nach einer Verletzung wieder zurückkämpfen, um an mein altes Leistungsniveau heranzukommen. So war es relativ klar, dass ich erstmal die Rolle des Ersatztorhüters übernehme. Es hat mich natürlich immer wieder motiviert, für die erste Mannschaft aufzulaufen, gerade dann, wenn man sieht, was für eine Fanbase in Altona herrscht. Für Oberligaverhältnisse ist das sensationell. Klar, läuft nicht alles so, wie man es sich immer wünscht, da die Konkurrenz auch sehr stark war, mir fiel es aber relativ leicht, meine Motivation aufrechtzuerhalten. Ich lebe den Fußball.
 
Du durftest das letzte Spiel in der Aufstiegsrunde in die Regionalliga Nord gegen Eutin 08 bestreiten. Beschreib uns doch kurz, wie es ich anfühlt, sowas zu erleben? Fiel es dir schwer, den Verein danach zu verlassen?
Nachdem wir schon ein Jahr zuvor in der Aufstiegsrunde dabei waren und schon damals die Zuschauerkulisse enorm war, wollte das gesamte Team diesen Aufstieg im zweiten Anlauf packen. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, vor 4000 Zuschauern aufzulaufen! Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum Spieler unzufrieden sind, wenn sie mal nicht spielen, genau weil man solche Momente erleben möchte. Nach der Saison war mir bewusst, dass ich mehr spielen möchte, und so kam es dann zum Abschied. Ich hatte dort eine schöne Zeit mit vielen großartigen Momenten.
 
Hast du spezielle Torwarthandschuhe bzw. Fußballschuhe, auf die du schwörst? Finden diese nach besonderen Momenten, wie etwa einem Aufstieg, einen besonderen Platz bei dir?
Nein, ich habe lediglich die Erinnerungen im Kopf! Was Fußball-Accessoires angeht, schwöre ich auf Torwarthandschuhe von Uhlsport. Bei Fußballschuhen geht es mir nur darum, dass ich mich in ihnen wohlfühle. Zurzeit trage ich die Nike Mercurial Vapor.





Wie bereitest du dich vor Spielen vor?
Vor Fußballspieltagen gehe ich immer rechtzeitig ins Bett und stehe auch relativ früh auf, um frühestmöglich fokussiert zu sein. Gerade auch für Torhüter in der zweiten Reihe ist das sehr wichtig. Dazu schaue ich mir noch einige Videos auf Youtube an und höre Musik.
 
Nach dem Aufstieg ging es für dich dann weiter zum Oberligisten Concordia Hamburg, dort hast du trotz geringer Spielzeiten in den Vorjahren ordentliche Leistungen gezeigt. Wie bitter war dann deine komplizierte Hüftverletzung, mit der du schon seit über einem Jahr zu kämpfen hast?
Bis jetzt wurde ich durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen, sobald es ein wenig bergauf ging. Die derzeitige Situation ist definitiv die schwierigste, mit der ich bisher zu kämpfen hatte. Ich wurde aber ein wenig gelassener und schaue, dass ich wieder richtig fit werde. Ob es wieder für den höherklassigen Fußball reicht, wird man mit der Zeit sehen, aber ich werde es definitiv wieder versuchen.
 
Hast du dich in der Zeit gefragt, ob es für dich im Fußball weitergeht? Wie schwer ist so ein Rückschlag für die Psyche?
Die Ungewissheit, wann man wieder auf dem Platz steht und auch ohne Schmerzen wieder laufen kann, ist das Schlimmste. Mit der Zeit überlegt man, was man noch für Optionen hat. Dadurch, dass ich mit einer Ausbildung nach Deutschland kam, habe ich sozusagen meinen Grundstein gelegt und einen sicheren Hafen in der Hinterhand. Das Leben geht auch ohne Fußball weiter.
 
Nun bist du 26 Jahre Jahre jung, was sind deine Ziele für die nächsten Jahre? Denkst du, dass transferiva dir dabei behilflich sein kann, dich bei anderen Vereinen zu präsentieren?
Ich bin zurzeit auf einem guten Weg, ein wenig schmerzen habe ich noch, doch ich steigere meine Trainingsintensität Stück für Stück und hoffe, dass ich demnächst wieder auf dem Rasen stehen kann. Im Moment macht es noch keinen Sinn langfristig zu planen. Man wird mit der Zeit sehen, was sich entwickelt. Ich denke, transferiva bietet allen Kickern eine super Plattform, sich zu präsentieren. Jede Hilfe, um ins Blickfenster von Vereinen zu kommen, ist super!
 
 
Bojan, vielen Dank für diesen Einblick zu deinem Werdegang. Wir werden dich weiterhin verfolgen und wünschen dir nur das Beste für deine Gesundheit und auch für die kommenden sportlichen Herausforderungen.
 

Wenn dich Bojans Lieblings-Kickschuh auch interessiert, dann hol' dir die reduzierten Mercurial Vapor bei unserem Partner Nike im offiziellen Shop [Anzeige]:
Jetzt zum Sonderangebot auf nike.com